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Go to the bottom of this page Schon mal die Bibel gelesen
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 Schon mal die Bibel gelesen Markus 29.06.2015 15:34
 RE: Schon mal die Bibel gelesen nicolai 29.06.2015 16:19
 RE: Schon mal die Bibel gelesen nicolai 29.06.2015 16:37
 RE: Schon mal die Bibel gelesen Markus 29.06.2015 16:52
 RE: Schon mal die Bibel gelesen nicolai 29.06.2015 18:27
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 RE: Schon mal die Bibel gelesen nicolai 29.06.2015 18:36
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 RE: Schon mal die Bibel gelesen nicolai 30.06.2015 17:42
 RE: Schon mal die Bibel gelesen marven 01.07.2015 06:36
 RE: Schon mal die Bibel gelesen peter mitterstöger 03.07.2015 08:09
 Denken abgeben ist bequem marven 30.06.2015 06:24
 RE: Denken abgeben ist bequem Markus 30.06.2015 08:07
 RE: Denken abgeben ist bequem marven 30.06.2015 10:13
 RE: Denken abgeben ist bequem peter mitterstöger 30.06.2015 18:14

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Markus
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Registration Date: 29.06.2015
Posts: 7

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Hallo zusammen,

ich bin neu in diesem Forum und Atheist aus Überzeugung.
Da ich kürzlich mit einem guten Bekannten einer christlichen Splittergruppe (7ter Tags Adventisten) wieder mal über das Thema Bibel (die glauben die Bibel ja wörtlich) diskutiert habe, sind wir beide nach hitzigen aber friedlichen Diskussionen zu einem Kompromis gelangt: er liest Kubitza (Jesuswahn) und Deschner (Der gefälschte Glaube) und ich die Bibel. Nach den ersten 100 Seiten hab ich aber das Gefühl einen schlechten Deal gemacht zu haben...

Gibt es viele hier, die die Bibel schon mal komplett gelesen haben? Ich glaub nämlich nicht, dass ich es durchhalte. Wie kann man als nicht indoktrinierter an dieses Buch herangehen? Ich wollte mir ja moralisch problematische und aus meiner Sicht nicht von Gott diktierte Stellen anstreichen und mit ihm diskutieren. Aber schon die ersten paar Seiten wären dann durchwegs angemalt gewesen.

Ich möchte nämlich auch irgendwie verstehen wie er tickt. Warum er dieses Buch für so bereichernd für sein Leben hält. Vielleicht gibts ja ein paar Denkanstöße.


Gruß
Markus
29.06.2015 15:34 Offline | suchen | Freundesliste | Portal
nicolai nicolai is a male
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RE: Schon mal die Bibel gelesen antworten | zitieren | ändern | melden       TOP

Er tickt nicht viel anders als Du; er folgt seiner Überzeugung (nach unserer Ansicht seinem Irrglauben), allerdings hat er es weitaus leichter, da die "7.Tages-Adventisten" eine Splittergruppe darstellen und ergo in den beiden Büchern kaum erwähnt werden (was soviel heißt als daß er - schließlich betrachtet er die Mehrheit der "Christen" ja ohnehin als "Abweichler vom wahren Pfad" - kein Problem damit haben wird, sich in die Werke der Herren Deschner, bzw. Kubitza zu versenken; betreffen ihn ja kaum).

Dein Problem besteht darin, daß Du (unbewußt, ausgehend von Deiner fundierten Überzeugung) gegen "die Bibel" als Pamphlet und Machwerk einer, aus Deiner Sicht "abzulehnenden Ideologie" bereits bei der Lektüre innerlich opponierst.
Vielleicht hilft es Dir ein wenig, die "Bibel", vor allem das "Alte Testament" als eine aus früheren Zeiten stammende Sammlung "historischer Stammesgeschichten" (des jüdischen Volkes) zu betrachten, die, da "überliefert, ähnlichen Wahrheitsgehalt aufweisen wie etwa mittelalterliche Reiseberichte über "ferne Länder", in denen die "absonderlichsten Leute" hausen und "unverständliche und obskure" Bräuche und Traditionen pflegen.
So etwas kann - aus heutiger, aufgeklärter Sicht (bzw. "atheistischer Sicht", in Deinem Fall) sehr amüsant (und manchmal auch aufschlußreich) sein.

Da das "Neue Testament" ebenfalls eine "Geschichtensammlung aus dritter Hand", oft aufgezeichnet nach Überlieferungen von späteren Generationen, und dazu noch willkürlich und nach der Übereinstimmung mit den damaligen politischen Zielsetzungen ausgewählt und viele Dutzende Male "überarbeitet", umgeschrieben und "korrigiert" darstellt, empfiehlt sich eine Vorgehensweise wie etwa bei der Lektüre von "Grimms Märchen". Auch diese können, selbst für Erwachsene, großen Unterhaltungswert bieten.

Nicht uninteressant erscheint auch, was diverse, teils "übel beleumundete" Autoren wie Herr Däniken aus der Bibel herauszulesen vermeinen (etwa Hezekiel, Apokalypse, usw.).
Diesbezüglich findet sich so einiges "im Netz", bzw. "auf youtube"...

Um nun zu verstehen, "wie er so tickt", muß man verstehen, wie fanatische Anhänger aller "Glaubensrichtungen" oder "Ideologien" so denken; sie bedienen sich beinahe immer einer Art "Pseudologik", bzw. folgen dieser, um Widersprüche zu erklären. Eines der besten Beispiele dafür stellt die Feststellung dar, daß "Gott unerklärbar ist und sich dem menschlichen Begriffsvermögen entzieht", somit jeglicher "menschlichen" Definition, Erklärung oder Begreifbarkeit entzogen ist und ergo nicht in (menschliche) Frage gestellt werden kann; was dazu führt, daß jeglicher "Angriff" auf dieses "Glaubenssystem" (das eben auf "Glauben" und nicht auf "Beweisbarkeit" basiert) von vorneherein als "unzulänglich, da menschlich" (geistig) abgeblockt wird.
Auch dazu finden sich sowohl "im Netz" als auch in der Literatur unzählige Diskussionen, Analysen, Stellungnahmen, etc., vorzugsweise, wenn man der englischen Sprache einigermaßen mächtig ist (da vieles aus dem angloamerikanischen Raum stammt).

Vielleicht hilft Dir auch dieser "link" http://www.evilbible.com/ ein wenig weiter, ansonsten findest Du hier Literaturempfehlungen (allerdings, wie ich fürchte, im "Archiv", bzw., da das Thema schon lange nicht mehr ergänzt wurde, ziemlich "vergraben").

Im Übrigen begrüße ich Dich herzlich hier im Forum und möchte Dir mitteilen, daß es mich (bzw. uns) sehr freut, daß Du als "neues Mitglied" vielleicht auf Dauer zu uns stoßen wirst.
Wir sind vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, aber im Allgemeinen doch einigermaßen erträglich... Augenzwinkern

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29.06.2015 16:19 Offline | EMail | suchen | Freundesliste | Portal
nicolai nicolai is a male
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RE: Schon mal die Bibel gelesen antworten | zitieren | ändern | melden       TOP

p. s. : an etwas (in diesem Fall : Bibel) "wortwörtlich" zu glauben heißt, Angst davor zu haben, ein straff strukturiertes und starres Weltbild, aufgebaut und orientiert auf, bzw. an eben den in diesem Fall "exakten" Richtlinien in Frage stellen zu müssen. Diese Angst kann auf vielerlei Faktoren beruhen und sich auf die seltsamsten Dinge beziehen und zeugt letzten Endes, auch, wenn es nicht so aussieht, von einer schwachen Persönlichkeit. Eine solche Person zu verunsichern fördert auf länger Sicht eine noch stärkere Anbindung an diese "Richtlinien" und bestärkt den "Glauben an deren Richtigkeit". Um eine solche Person zu überzeugen (bekehren, sorry, aber das ist die beste Formulierung) ist es erforderlich, ihr Hilfestellung bei der Stärkung des (tatsächlichen, aus sich selbst gewachsenen) Selbstbewußtseins (auch ohne diese "Richtlinien") zu leisten, dann wird sie (möglicherweise) lernen, "Widersprüche", Paradoxien, Falschaussagen (im eigenen Weltbild) aus sich selbst heraus zu erkennen und (vielleicht) danach zu handeln/denken beginnen. Was im Sinne einer "Therapie" der "kleinen Schritte" gegebenenfalls durch Hinweise (wie etwa Lektürevorschläge) oder "Denkanstöße" unterstützt werden kann.
Auf jeden Fall ein langer Weg, wenn auch für "beide Teile" lohnend...

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29.06.2015 16:37 Offline | EMail | suchen | Freundesliste | Portal
Markus
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Thread Starter Thread Started by Markus
RE: Schon mal die Bibel gelesen antworten | zitieren | ändern | melden       TOP

Ich halte ihn aber nicht für eine schwache Persönlichkeit - ganz im Gegenteil. Er ist sogar hoch gebildet (Uniabschluss) und sonst sehr umgänglich. Sobald es aber um Religion und seinen Glauben im speziellen geht, muss ein anderes Programm bei ihm ablaufen.

Alle Formen der Esoterik, Astrologie und sonstiger Aberglaube wird von ihm verneint (ist wohl ein Glaubensdogma) und auf die fehlende Basis verwiesen, wenn er mir aber erklären soll wie aus 2 Menschen (Adam und Eva) 7 Milliarden wurden ist keine Erklärung zu weit hergeholt.
29.06.2015 16:52 Offline | suchen | Freundesliste | Portal
nicolai nicolai is a male
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RE: Schon mal die Bibel gelesen antworten | zitieren | ändern | melden       TOP

quote:
Original von Markus
Ich halte ihn aber nicht für eine schwache Persönlichkeit - ganz im Gegenteil. Er ist sogar hoch gebildet (Uniabschluss) und sonst sehr umgänglich. Sobald es aber um Religion und seinen Glauben im speziellen geht, muss ein anderes Programm bei ihm ablaufen.

Alle Formen der Esoterik, Astrologie und sonstiger Aberglaube wird von ihm verneint (ist wohl ein Glaubensdogma) und auf die fehlende Basis verwiesen, wenn er mir aber erklären soll wie aus 2 Menschen (Adam und Eva) 7 Milliarden wurden ist keine Erklärung zu weit hergeholt.


Ich schrieb explizit : "auch, wenn es nicht den Anschein danach hat" und "Angst davor, ein bestehendes Weltbild in Frage zu stellen und vorgefaßte Ansichten zu hinterfragen und gegebenenfalls zu revidieren.
Bildung und gesellschaftliche Stellung sind kein Kriterium für "schwache Persönlichkeit", bzw. "wenig Selbstvertrauen", eher im Gegenteil. Durch Aneignung von vorgefertigten Ergebnissen "fremder" Denkprozesse und "Wissen" kann ein Mangel an eigenem Denken durchaus sublimiert werden (muß nicht). Ebenso wie der Besitz eines teuren Sportwagens persönliche Schüchternheit (ebenfalls schwaches Ego) durchaus "ersetzen" kann.
Beispiel : ein guter Bekannter war lange Jahre politischer Redakteur einer "kirchlich-konservativen" Zeitung (mittler Auflage, gilt in Deutschland als seriös und renommiert), dazu Doktor der Geschichte und Politologie; man sollte meinen, der Mann (persönlich bekannt mit vielen Spitzenpolitikern und Spitzenbeamten Deutschland und Österreichs, etc.), hochintelligent, hochgebildet, allgemein beschlagen, belesen, ein netter, freundlicher und weltoffener "Herr" älteren Semesters. Natürlich "christlich-konservativ" und wohlhabend. Man sollte meinen, aufgrund seines Berufes und Vorlebens wäre er mit den Gegebenheiten des politischen Lebens und des "Weltgeschehens" vertraut und auf "Du" und hätte eine einigermaßen realistische Ansicht der realen Welt.
Ganz im Gegenteil, denn seine unglaublichen persönlichen Ängste verhindern, daß sein (argumentell natürlich glänzend untermauertes christlich-konservatives) Weltbild auch nur ansatzweise von ihm in Frage gestellt wird, oder er Argumente, ja nicht einmal "Beweise", daß daran etwas nicht stimmen kann auch nur ansatzweise an sich heranläßt; er "blockt", wobei er nicht etwa die Korrektheit der Argumentation oder die Authentizität der Beweisführung anzweifelt, sondern diese einfach nicht "annimmt", selbst, wenn er (in manchen Lebensphasen) selbst auf diese gestoßen ist. Weshalb er auch, in politisch-gesellschaftlicher Hinsicht von einer geradezu rührenden Naivität ist. So sind etwa "Schwarze", obwohl ihm im Laufe seiner Tätigkeit vermutlich weitaus mehr Neger mit Hochschulabschluß begegnet sein dürften als "Proleten" afrikanischer Herkunft, für ihn dennoch "ungebildete und gewalttätige Drogendealer", weil es in der Umgebung einer seiner Wohnung mehrere "Asylantenheime" gegeben hat und ihn "deren Lärm und gelegentliche Ungezwungenheit" gestört zu haben scheint; oder er nimmt tatsächlich an, die "Wühltätigkeit" tausender Beamter der "politischen Polizei" über mehrere Jahrzehnte (Stapoaktenvernichtung vor einigen Jahren) wäre nicht vor ihrer (angeblichen) Verbrennung auf modernen Speichermedien festgehalten worden, weil ihm ein netter, freundlicher Hofrat "im Ministerium" dies glaubhaft gemacht hat.
Denn anderes anzunehmen würde sein heiles, bürgerlich-christlich-konservatives Weltbild in Gefahr bringen, auch wenn ihm Intelligenz und Bildung sagen, daß "es eben anders ist".
In etwa gleicht dieser Mann nun Deinem "Adventisten", wenn auch etwas abgewandelt.
Der Verlust eines über lange Zeit "gehüteten" und gefestigten Weltbildes (eines Glaubens) stellt eine existenzielle Bedrohung der eigenen Psyche dar und das menschliche Gehirn ist dazu ausgelegt, eine solche Bedrohung mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln abzuwehren (vgl. "Realitätsverdrängung" oder "partielle oder totale Amnesie" nach schwer traumatischen Erfahrungen). Das "rationale Denken" wird dabei außer Kraft gesetzt, umgangen oder "ausgetrickst".
Der Mann wäre ein idealer "Selbstmordattentäter" oder "ideologischer Assassine", wäre er in andere, "falsche Hände" gefallen; aber da sich zwar auch aus der Bibel herauslesen läßt "gehe hin und töte die Ungläubigen !", andererseits aber weder die Gründer noch die derzeitigen "Machthaber" ein Interesse daran haben dürften, als "Killerkult" verfolgt zu werden und obendrein ein gewißer Herr Isa "Nächstenliebe und Friedfertigkeit" gepredigt haben soll dürfen "wir" in dieser Hinsicht beruhigt sein.
Zu bemerken ist übrigens auch eine starke Ähnlichkeit mit den "Zeugen Jehovas", mit denen diese Leute einst eine Glaubensgemeinschaft darstellten; und da beinahe jeder irgendwelche "Zeugen" kennt (die "ticken" so ähnlich, auch der strukturelle Aufbau und die "Lehren" ähneln sich daher), ergeben sich für Dich möglicherweise Vergleichsoptionen.

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29.06.2015 18:27 Offline | EMail | suchen | Freundesliste | Portal
Markus
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RE: Schon mal die Bibel gelesen antworten | zitieren | ändern | melden       TOP

Danke für die sehr umfangreiche Antwort!

quote:
kein Problem damit haben wird, sich in die Werke der Herren Deschner, bzw. Kubitza zu versenken; betreffen ihn ja kaum).


Das denke ich schon. Vor allem Kubitza bezieht sich ja in diesem Buch komplett auf Jesus, was ja der Dreh- und Angelpunkt der Adventisten ist. Auch der gefälschte Glaube behandelt die Zeit um und kurz nach Jesu' Tod, was ja Ausgang aller Christen ist.

Ich habe ursprünglich schon versucht an das "Abenteuer" Bibel einigermaßen losgelöst heranzugehen, aber wenn ich dann Passagen lese in denen es ums Erledigen der Notdurft und sachgerechter Vergrabung derselben geht, wenn man mal wieder gegen einen Feind ins Feld zieht (irgendwo im Buch Mose, ca. da wo kein Mann mit kaputten Hoden in die Gemeinde darf), dann frage ich mich, wie man das lesen kann und immer noch glaubt, es ist Gottes Wort - deshalb auch die Frage "wie er tickt".

Ich hatte ja insgeheim gehofft ihn mit den vorhin genannten Lektüren zum Nachdenken zu bringen, aber wenn ihn die Bibel selbst noch nicht dazu gebracht hat, schaffen das die beiden Herren sicher auch nicht.
29.06.2015 16:39 Offline | suchen | Freundesliste | Portal
nicolai nicolai is a male
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Da die meisten Religionen einen "Totalitätsanspruch" erheben (trotz offizieller "interreligiöser Dialoge" und "Anerkennungen anderer Glaubensrichtungen") ist eine bis ins kleinste Detail gehende "Vorschriftensammlung" (vgl. nur einmal die "Speisengebote" der orthodoxen Juden) nicht weiter verwunderlich. Kontrolle über den Geist läßt sich leichter dadurch erzielen, daß man jegliche zu "Eigeninitiative" führende Handlung unterbindet, indem man vorgibt, wie sie stattzufinden hat. Außerdem haben "Adventisten" durchaus in vielen Punkten "Abweichungen" von der Bibel (etwa in den Speisengeboten) eingeführt, die ein Leben in einer "glaubensfremden" Umgebung ermöglichen.
(Würde mich dennoch interessieren, wie Dein "Adventist" das mit dem "Sabbat" regelt, schränkt beispielsweise die Berufswahl doch ziemlich ein)

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29.06.2015 18:36 Offline | EMail | suchen | Freundesliste | Portal
Markus
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Also die gesamte Familie isst vegetarisch und der Samstag wird im Kreise der Gläubigen mit Predigt und Bibelstudium verbracht. Das ist in Stein gemeiselt. Wie er das mit seiner Arbeit geregelt hat weiß ich nicht, aber da er in einem großen Betrieb arbeitet, wird das schon gehen.
30.06.2015 08:02 Offline | suchen | Freundesliste | Portal
nicolai nicolai is a male
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"Vegetarisch zu leben" ist ja an sich zu befürworten und nichts Schlechtes (ich bin ebenfalls Vegetarier, aber mit Sicherheit kein "Adventist" Augenzwinkern ); Sabbat und Bibelstudium allerdings zählt zu den erwähnten "strikten Verhaltensrichtlinien", die den "Adventisten" vorgegeben sind und letzteres erweist sich natürlich auch als glänzendes Mittel der Indoktrination, da dieses "Studium" nicht nach den Regeln der "freien, vernunftgesteuerten Meinungsbildung" erfolgt sondern "nach Anleitung", um zu gewünschten und vorgegebenen Schlüssen (Erkenntnissen) im Sinne des "Glaubens" zu kommen.
Das Wort Gottes kann nicht angezweifelt werden.
Die Bibel ist das dem Menschen gegebene Wort Gottes.
Das steht so in der Bibel.
Also hat die Bibel recht und kann nicht angezweifelt werden.
Beinahe alle "heiligen Schriften" funktionieren nach diesem Prinzip des "circulus vitiosus".

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30.06.2015 10:51 Offline | EMail | suchen | Freundesliste | Portal
Markus
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Ich wollte Vegetarier hier nicht in einen Topf mit Bibelfanatikern werfen, sollte das den Anschein gehabt haben. Ging ja um die Speiseregeln smile

Ich wurde ja auch schon eingeladen mich an einer Bibelrunde zu beteiligen. Bisher hab ich abgelehnt, alleine schon deshalb weil ich keine Ahnung habe wieviele Missionare mir dann gegebenüber stehen. Wahrscheinlich macht es auch keinen Sinn. Die Adventisten wollen sowieso nicht hören was ich zu sagen habe und ich werde rot anlaufen und ständig mit den Augen rollen ob der Peinlichkeiten die da wohl kommen mögen (von einigen weiß ich ja bereits aus erster Hand).
30.06.2015 11:04 Offline | suchen | Freundesliste | Portal
nicolai nicolai is a male
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quote:
Original von Markus
Ich wollte Vegetarier hier nicht in einen Topf mit Bibelfanatikern werfen, sollte das den Anschein gehabt haben. Ging ja um die Speiseregeln smile


Hey, vegetarisch (oder noch besser, vegan) zu leben erleichtert Reisetätigkeiten ungemein; da es in verschiedenen Kulturen, bzw. Glaubenskreisen die unterschiedlichsten "Speisevorschriften" gibt, und viele davon sich auf fleischliche oder tierische Nahrung beziehen braucht man sich um diese einfach nicht zu kümmern, erspart sich aber dennoch die Peinlichkeit eines "fauxpas"...
Keinen Alkohol zu trinken ist ebenfalls ziemlich praktisch (aus dem selben Grund)... Augenzwinkern
Außerdem ist´s gesund und ökologisch vernünftig...

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30.06.2015 12:12 Offline | EMail | suchen | Freundesliste | Portal
marven marven is a male
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Die Regeln der Bibel hatten doch den Sinn einer Gemeinschaftsbildung.
Ein Volk das solche Regeln hatte, hatte einen evolutionären Vorteil.
Die Scham/Ekel-Grenze ist sehr entscheidend für eine Gesellschaft, und wenn diese durch eine gemeinsame Regel vorgegeben wird, dann hält das zusammen.
Sieht man anschaulich im Verbot der Kriechtiere, die als unkoscher gelten.
Natürlich werden die Leute dann nicht nur diese Tiere nicht essen, sondern sie bekommen alleine bei dem Gedanken ein Ekelgefühl.
Ähnlich wie der Europäer in einem Hundefleisch-Restaurant, vielleicht mit Ratten-Suppe und als Nachspeise geröstete Heuschrecken.
Eigentlich alles sehr nahrhaft. Es ist rein die Kultur, die uns den Appetit verdirbt.

Und der Shabbat hatte natürlich eine besondere Bedeutung, vor allem auch für das Familienleben.
Unser heutiger Sonntag wird sogar mit ähnlichen Argumenten von der Gewerkschaft verteidigt.
Stellen wir uns eine Gesellschaft vor, in der jeder einen Tag in der Woche sicher frei haben kann (außer bei außergewöhnlichen Umständen).
Und jeder muss sich das dann mit seinem Chef vereinbaren.
Für das Familienleben absolut unpraktisch. Ebenso für die Sonntags-Gastronomie.

Aber das wäre vielleicht eine interessante atheistische Forderung "Weg mit dem Sonntag, her mit dem blauen Montag."

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Ich zweifle, also denke ich.
30.06.2015 14:24 Offline | EMail | suchen | Freundesliste | Portal
Markus
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quote:
Die Regeln der Bibel hatten doch den Sinn einer Gemeinschaftsbildung.


Diese ganzen strikten Regeln dienten doch in erster Linie der Abgrenzung von anderen Gemeinschaften und der Stärkung und dem Erhalt der Priesterschaft. Man musste ja bei Verletzung der Regeln immer ein Opfer bringen (meist wertvolle Lebensmittel oder Bares).

quote:
Ein Volk das solche Regeln hatte, hatte einen evolutionären Vorteil. Die Scham/Ekel-Grenze ist sehr entscheidend für eine Gesellschaft, und wenn diese durch eine gemeinsame Regel vorgegeben wird, dann hält das zusammen. Sieht man anschaulich im Verbot der Kriechtiere, die als unkoscher gelten.


Ich glaub die Mär vom evolutionären Vorteil nicht. Das erschließt sich mir nämlich ganz und gar nicht. Eher hat das mit dem Verlangen nach Kausalität zu tun, die uns allen innewohnt. Wenn auf meinem Feld nix wächst, muss das ja einen Grund haben -> Gott.
Wenn meine Frau keine Kinder wirft -> Gott (der Mann kann ja nicht schuld sein, im Buch Mose schön nachzulesen)
Regnet es zu viel/zu wenig/unregelmäßig -> Gott

Solche Kausalitäten schaukeln sich dann auf. Man sieht eine ähnliche Entwicklung auch heute in der ganzen Esoterik-Szene. Dir gehts nicht gut -> der Mond, falsches Feng-Shui oder sonstige fehlgeleitete Energiewellen.

Ansonsten stimme ich mit dir überein. Ein definierter freier Tag ist sinnvoll, nur wenn die Regeln zu diesem Tag dermaßen ausarten wie z.B. bei den Juden (Jesus Spruch: der Sabbath ist für den Menschen da ...) dann seh ich hier z.B. keinen Vorteil mehr.
30.06.2015 15:15 Offline | suchen | Freundesliste | Portal
nicolai nicolai is a male
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Also ich seh´ in der heutigen modernen Gesellschaft keine wirklichen Probleme mit "variablen" freien Wochenenden, würde nicht zuletzt die Debatte um die leidigen Samstags-, bzw. Sonntagsarbeitsstunden beenden (die bei gewissen Berufsgruppen für das reibungslose Funktionieren dieser modernen Gesellschaft eben notwendig sind)...

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30.06.2015 17:42 Offline | EMail | suchen | Freundesliste | Portal
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Es gibt natürlich Auswüchse des Shabbat, die kurios erscheinen.
Wenn man z.B. den Aufzugsknopf nicht betätigen darf, da man sonst ein Feuer entzünden würde(der elektrische Funke zählt schon).
Aber auf der anderen Seite ist so ein bewußter Tag jede Woche doch mit Vorteilen verknüpft.
Vor allem, weil er durch die Vorschrift innerhalb der Gemeinschaft auch sozial akzeptiert ist.

Es gibt aber eine Sache am Shabbat, die gesellschaftshistorisch sehr interessant ist:
Er gilt und galt auch für Diener und sogar für das Vieh. Der Text ist sogar gegendert, damit es keine Missverständnisse gibt.

D.h. ein Herr durfte seine Sklaven am Shabbat nicht arbeiten lassen. Wenn er es doch tat, dann konnte ihn der Sklave verpfeifen und der Herr hat ordentliche Schwierigkeiten bekommen.

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01.07.2015 06:36 Offline | EMail | suchen | Freundesliste | Portal
peter mitterstöger peter mitterstöger is a male
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Aber das wäre vielleicht eine interessante atheistische Forderung "Weg mit dem Sonntag, her mit dem blauen Montag."

Impliziert nur ein wenig, dass atheistisch mit trunken gleichzusetzen ist. Naja, ich sag da besser nix dazu.

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veni, vidi, witzig
03.07.2015 08:09 Offline | EMail | suchen | Freundesliste | Portal
marven marven is a male
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Denken abgeben ist bequem antworten | zitieren | ändern | melden       TOP

Und wer nicht in der Bibel liest, der kauft sich halt Elternratgeber oder übt sich in PC-Sprech, der ohnehin moderne Art des Mantra-Singens ist.

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30.06.2015 06:24 Offline | EMail | suchen | Freundesliste | Portal
Markus
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quote:
Und wer nicht in der Bibel liest, der kauft sich halt Elternratgeber oder übt sich in PC-Sprech, der ohnehin moderne Art des Mantra-Singens ist.


Das würd ich jetzt nicht alles in einen Topf werfen. Hab nämlich selber schon Elternratgeber gelesen smile Aber das entscheidende ist ja, dass man kritisch bleibt. Nicht jedes Kapitel im Ratgeber erschien mir sinnvoll und trotzdem gab es andere, die mir tatsächlich geholfen haben. Ich würde das Buch jetzt aber nicht als heilig oder widerspruchsfrei bezeichnen.

Und das ist ja der Dreh- und Angelpunkt.
30.06.2015 08:07 Offline | suchen | Freundesliste | Portal
marven marven is a male
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Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen.
Es geht um das "kritisch". Solange man die Bibel oder den Koran kritisch liest, passiert auch nichts.
Erst wenn man etwas zu einer unumstößlichen und ewigen Wahrheit erklärt, dann wird es zum Problem.
Wobei jeder das Recht hat, diese Wahrheit für sich selbst so zu definieren.
Zum Problem wird es dann, wenn man diese Wahrheit auch Anderen aufzwingen möchte.

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30.06.2015 10:13 Offline | EMail | suchen | Freundesliste | Portal
peter mitterstöger peter mitterstöger is a male
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quote:
Original von marven
Und wer nicht in der Bibel liest, der kauft sich halt Elternratgeber oder übt sich in PC-Sprech, der ohnehin moderne Art des Mantra-Singens ist.


ich möchte gerne gleich festhalten, dass der Markus nicht ich bin. Bitte schen.

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veni, vidi, witzig
30.06.2015 18:14 Offline | EMail | suchen | Freundesliste | Portal
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