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--- Achtung: AtheistInnen könnten sich zukünftig strafbar machen! (http://forum.freidenkerin.at/forum/thread.php?threadid=1764)


Geschrieben von Skeptiker am 30.10.2009 um 20:18:

  Achtung: AtheistInnen könnten sich zukünftig strafbar machen!

Zitat:
Original von Think outside youre box
Die rechtspopulistische FPÖ hat eine neue Idee: ein Heimatschutzgesetz! Diese dummdreiste Idee könnte doch glatt aus dem rechtsrechten Lager sowie aus klerikal-fundamentalistischen Kreisen stammen. In der gestrigen Landtagssitzung ist die FPÖ mit dieser Forderung aufgetreten, um das Wappen und das Kreuz (!!) vor Entehrung zu schützen und diesen Symbolen den gebührenden (?) Respekt zukommen zu lassen.

Von der FPÖ eines HC Strache ist mensch mittlerweile viele „Geniestreiche“ gewohnt. Nicht selten werden Gesetzesvorschläge und Forderungen aufgestellt, die schlichtweg nicht durchdacht oder umsetzbar sind. Hauptsache, Hetze und Stimmungsmache auf Kosten anderer. Ein Beispiel dieser (bewusst ?) nicht durchdachten Forderungen war ein Gesetzesantrag im April 2009, der vom ehemaligen Bundessprecher der Grünen, Alexander Van der Bellen „zerpflückt“ wurde. Hier gehts zum Video.

Gottesstaat Österreich?

Nun tut es die FPÖ-Landespartei im Burgenland dem gleich und stellte in der heutigen Landtagssitzung die Forderung nach einem „eigenen Heimatschutzgesetz“ auf, wie derStandard berichtet. Dieses solle unter anderem das Delikt „Anpassungsverweigerung“ beinhalten. Anpassungsverweigerung? Müssen also alle mit anderen kulturellen Wurzeln deren Kultur aufgeben und sich einer homogenen österreichischen Gesellschaft nach dem Moral- und Wertevorstellungen der FPÖ unterwerfen? Diese Forderung der FPÖ erinnert mich an eine der dunkelsten Zeiten der österreichischen Geschichte zwischen 1930 und 1940.

Im Gespräch mit derStandard erläutert der FPÖ-Burgenland Obmann Johann Tschürtz diese Forderung:

„Damit sollen Heimat und Kultur geehrt werden, wie Respekt vor dem Staatswappen oder dem Kreuz. Bei Nicht-Einhalten kann ich mir Verwaltungsstrafen von Abmahnung bis Geldzahlungen vorstellen.“

Das bedeutet, dass Andersgläubige und AtheistInnen entgegen ihrer eigenen Überzeugung ein Symbol wie z.B. das Kreuz ehren müssen? Das würde bedeuten, dass die FPÖ den christlichen Glauben als einzig wahre Religion anerkennt, der sich andere Überzeugungen und Weltanschauungen unterwerfen müssten.

Indirekt passiert dies im Prinzip bereits tagtäglich. Allgegenwertig befinden sich in Schulen oder zahlreichen anderen öffentlichen Gebäuden Kreuze. Die Trennung von Staat und Religion ist in Österreich nie wirklich umgesetzt worden. Zu stark und omnipräsent ist die röm.kath. Kirche in der Alpenrepublik. Diese nicht durchgeführte Trennung liegt auch zu großem Teil an der ununterbrochenen Regierungsbeteiligung der ÖVP, welche in regelmäßigen Abständen die Bedeutung der Kirche für die Gesellschaft betont und so die Grenzen von Privatem (Religion) und politischem vermischt.

Atheismus strafbar?

Als überzeugter Atheist kann ich nicht ein Symbol ehren, wenn dies mit meiner Weltanschauung im Widerspruch steht. Toleranz ja, aber Verehrung definitiv nein. Ist also eine atheistische Weltanschauung oder der Glaube an einen anderen Gott strafbar, wenn der Verehrung des christlichen Kreuzes widersprochen wird?

Ebenso ist es mit der Veehrung der Fahne. Anlässlich des Nationalfeiertages stellte ich die Frage, ob der Nationalstaat nicht schon längst gescheitert wäre. Die Frage wurde von mir mit Ja beantwortet. Alljährlich „feiert“ Österreich die Verabschiedung des Verfassungsgesetzes der österreichischen Neutralität. Dieser Feiertag wird als Anlass genommen, am Wiener Heldenplatz die österreichische Identität und den Patriotismus zu beschwören, in dem das Bundesheer ein bisschen „Kriegsspielzeug“ präsentiert und Kinder auf Kriesgeräten wie Panzern oder Eurofightermodellen herumturnen dürfen.

Wenn das die Grundlage der nationalstaatlichen Identität sein soll, dann kann ich gerne darauf verzichten, zumal in Zeiten der europäischen Integration und dem einzigartigen Friedensprojekt „Europäische Union“ die Zeit der Nationalstaaten ohnehin längst abgelaufen ist.

Die FPÖ ist jedoch eine Partei, die alte, dunkle Zeiten gerne beschwört und den Anspruch erhebt, dass die österreichische Kultur und christliche Religion, anderen überlegen ist.

In diesem Sinne wäre es wichtiger, nicht die österreichische Kultur und die Flagge, sondern viel mehr die aufgeklärte Zivilgesellschaft, und mit ihr die Heterogenität der in Österreich lebenden Menschen, vor so viel Einfalt und Ewiggestrigkeit, wie es die FPÖ fordert, zu schützen.



Geschrieben von Friedrich Maximillian am 31.10.2009 um 08:50:

  RE: Achtung: AtheistInnen könnten sich zukünftig strafbar machen!

In meiner Jugend war ich in meinem Umfeld, z,B. Nachbarn waren alte Nazi und in der Strassenbahn tobte das gesunde Volksempfinden, ständig mit rechten Phrasen konfrontiert.Nur zur Erinnerung: " A klana Hitla wa net schlecht, des hätts unterm Adi net gebn, die Langzodatn ghheratn olle weg, im Oabeitsloga wan di Zodn glei weg, die Negamusi kaunst jo net auhearn von die Raudi, des woa fria gscheida, do woa nu a Ordnung drin, die Tschuschn soan si schleichn, san eh ollas Zigeina".

Immer dann wenn ich diesen Nazischeiß mit anhören musste, sah ich mir die Leute an, die den Unsinn verzapften und dachte mir, dass dieses Problem, sich auf Grund des Alters der Rassisten von allein auf natürliche Weise von selbst erledigen würde. In meiner naiven Vorstellung, geprägt von Woodstock, den Protestsongs und einem sozialistischem Elternhaus, dem Politisches Denken links von Mao, zumindestens als Diskussionsgrundlage nicht fremd war, war ich überzeugt, irgendwann hat sich die Welt von den rechten Recken befreit, weil sie ganz einfach ausgestorben sind.

Ich gebe zu, ein Irrtum meinerseits, weil ich musste im Laufe der Jahre feststellen, die sind nachgewachsen. Die mit den selben Vorstellungen und Argumenten des nicht ganz tausendjährigen Reiches wieder auftreten, mit einem kleinen Unterschied, der direkte Bezug auf ihren Leithammel Hitler wird unterdrückt. Dafür werden Begriffe wie Heimat, Kultur, Überfremdung, etc .etc. absolut in den Vordergrund gestellt. Durch die Katholenpartei ÖVP wurden sie politisch salonfähig gemacht. Der Katholenhäutling setzt auch Zeichen, als er die Weichbirne Williams Holocaustleugnend heim ins Rei.., hätt ich mich doch glatt verschrieben, in die rechten Gefilde der katholischen Kirche heimgeholt hat.

Nun meine Frage an alle:

Was könnten wir konkret gegen die politischen Anstrengungen zur Schaffung eines katholischen Gottesstaates unternehmen?


WEHRET DEN ANFÄNGEN !



Geschrieben von atlana am 31.10.2009 um 09:49:

  RE: Achtung: AtheistInnen könnten sich zukünftig strafbar machen!

Zitat:
Original von Friedrich Maximillian
In meiner Jugend war ich in meinem Umfeld...


es ist nicht sehr lang her seit meiner letzten alltagsrassistischen begegnung.

ich war auf einem amt, wo sie milchglastüren mit einem klarglas-guckloch oben haben. die frau hinter dem schreibtisch, die sich gerade mit meinen anliegen beschäftigte, war offenbar paranoid wegen dieses gucklochs. Jemand ist außen für einen moment an der tür gewesen und dann sofort wieder verschwunden, als er oder sie (es war nichteinmal das geschlecht der person offensichtlich) gesehen hat, daß der raum besetzt ist.
dieser auslöser hat gereicht, daß die frau angefangen hat, mir völlig unaufgefordert vorzuhalten, es wären immer diese sch*ausländer, sie wolle ja wirklich nichts böses sagen, aber die glaubten immer, sie hätten irgendwas anzuschaffen und dabei sollen die dankbar sein, daß sie überhaupt dasein dürften und so weiter und sofort.

ich glaube, daß die frau einen sicheren, relativ gut bezahlten arbeitsplatz hat. also kann bei ihr die generalausrede "ja, die leute haben halt angst um ihren lebensunterhalt" auch nicht zutreffen.



Geschrieben von landlerin am 31.10.2009 um 16:05:

 

Der katholische Gottessstaat wird so schnell nicht kommen, erinnert euch doch an die letzten NR-Wahl. Da ist die"Christenpartei" ich würde sie sehr "rechts" im christlichen Häuschen hausend, betrachten. Es gibt etwa 70% Katholiken in Österreich, und diese etwas seltsame Truppe hat gerade mal 2,..% an Stimen erreicht.....viel mehr Sorgen machen mir jene welche die Scharia haben wollen.
landlerin



Geschrieben von Ramon am 01.11.2009 um 14:19:

 

Zitat:
Original von landlerin
..viel mehr Sorgen machen mir jene welche die Scharia haben wollen.
landlerin


Auf wie viele Stimmen sind denn die gekommen? Augenzwinkern



Geschrieben von Skeptiker am 01.11.2009 um 14:53:

 

Zitat:
Original von Ramon
Zitat:
Original von landlerin
..viel mehr Sorgen machen mir jene welche die Scharia haben wollen.
landlerin


Auf wie viele Stimmen sind denn die gekommen? Augenzwinkern


Die ganze Diskussion, wer schlimmer sei, geht am Problem vorbei. Ich bin sicher nicht für die Katholiken, weil wir sie dazu abgerichtet haben, die Menschenrechte anzuerkennen. Die einzige Lösung kann nur die radikale Durchsetzung der Laizität als Gesellschaftsprinzip sein. Dann kann es uns wurscht sein, welche Gebete hinter den Gemäuern der Unvernunft rezitiert werden.



Geschrieben von religulous am 01.11.2009 um 17:02:

 

Zitat:

Die ganze Diskussion, wer schlimmer sei, geht am Problem vorbei. Ich bin sicher nicht für die Katholiken, weil wir sie dazu abgerichtet haben, die Menschenrechte anzuerkennen. Die einzige Lösung kann nur die radikale Durchsetzung der Laizität als Gesellschaftsprinzip sein. Dann kann es uns wurscht sein, welche Gebete hinter den Gemäuern der Unvernunft rezitiert werden.


Ganz meine Meinung.



Geschrieben von landlerin am 01.11.2009 um 19:39:

 

In meinem Bundesland haben sich auf einigen Listen auch Kandidaten befunden, welche islamischen Hintergrund haben, und mit diesem durchaus kokettiert......was sich aber bei den Vorzugstimmen nicht ausgewirkt hat.
landlerin



Geschrieben von BlackWiddow am 03.11.2009 um 12:13:

  Tja leider

bestätigen viele Integrationsstudien in den Medien, dass die Mehrheit der hier lebenden Moslems die Religion über die Demokratie stellen und sich wünschen, die Scharia würde in die Österreichische Gesetzgebung einfließen Njet da ist wohl die Integration wirklich schief gelaufen!

Noch etwas: Alle autonomen Bürger-Gruppen, die nicht konform mit den Vorstellungen diverser (christlichen oder einer bestimmten Partei zuzuordnenden) Staastanwälte gehen, laufen Gefahr, mit dem Mafiaparagraphen Bekanntschaft zu machen, wie's den Tierschützern jetzt passiert. Weil gegen die richtige - und natürlich im Gegensatz zu harmlosen Bürgerinitiativen auch bewaffnete - Mafia hat unsere Executive ja eh keine Chance. Da kommt als nächstes wahrscheinlich dann eh das Verbot, keine Religion zu haben geschockt


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